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Weinender Neymar: „Ich hätte im Rollstuhl sitzen können.“

Neymar-Pressekonferenz-11072014

Neymar ist am gestrigen Donnerstag zusammen mit seinem Vater im Auto nach Teresópolis gefahren, um seine brasilianischen Teamkollegen aufzubauen und zu unterstützen. Bei seiner Ankunft im brasilianischen Lager wurde er von einigen Mitspielern umarmt. Zunächst besuchte er Julio César im Fitnessraum. Anschließend betrat er den Rasen, wo der Rest seiner Teamkollegen gerade eine Trainingseinheit absolvierte.

Obwohl dem 22-jährigen aufgrund seiner schweren Wirbelsäulen-Verletzung das Laufen derzeit schwer fällt, gab er im Vorfeld des Spiels um Platz drei am Samstag gegen Holland eine umfangreiche Pressekonferenz, auf der über alle möglichen Themen sprach. Unter anderem äußerte er sich über das 1:7-Debakel gegen Deutschland und verriet, wer sein Favorit auf den Titel ist. Als er auf seine Verletzung angesprochen wurde, fiel es ihm sichtlich schwer, die Tränen zurückzuhalten.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Auszüge aus der Pressekonferenz übersetzt:

WM-Finale: „Am Sonntag werde ich für Argentinien sein, ich habe zwei Barça-Kollegen in der Albiceleste und möchte, dass sie gewinnen. Ich werde für Messi sein, er ist mein Freund. Er verdient es, Weltmeister zu werden. Ich wünsche ihm Glück.“

Verletzung: „Jeder, der sich mit Fußball auskennt, weiß, dass es keine normale Aktion war. Wenn du einen Konter stoppen möchtest, dann drängelst du. Es war ein Tackling, welches nicht der Spielsituation entsprach. Viele sagen, dass ich mich gerne fallen lasse, aber ich weiß mich zu schützen doch bei jener Aktion hatte ich nicht die Möglichkeit, dies zu tun. Wenn der Schlag zwei Zentimeter weiter mittig gewesen wäre (macht eine Pause und weint), würde ich jetzt vielleicht im Rollstuhl sitzen“.

Zúñiga: „Ich hege keinen Groll gegen ihn und empfinde auch keinen Hass. Er (Zúñiga) rief mich am nächsten Tag an, um sich zu entschuldigen und versicherte, dass er mir nicht hatte schaden wollen“.

Die 1:7-Klatsche: „Es ist schmerzhaft, es wird eine lange Zeit weh tun, aber es wird vorüber gehen. Wir werden alles dran setzen, dem brasilianischen Volk wieder fröhlich zu stimmen“.

Besuch in Teresópolis: „Ich bin sehr froh darüber, wieder bei meinen Mannschaftskollegen sein zu können. Es ist zwar nicht der Rahmen, den ich erhofft habe, aber immerhin kann ich bei ihnen sein. Hier hat alles begonnen und hier wird es enden. Wir werden den Samstag mit Stolz beenden. Eine Niederlage darf uns nicht dazu bringen, den Kopf hängen zu lassen“.

Die sechs tragischen Minuten gegen Deutschland: „Es war unerklärlich. Es ist sehr einfach, nach dem Spiel zu diskutieren, aber das schwierige ist es, auf dem Spielfeld zu sein. Ich weiß was es bedeutet, wenn dir nichts gelingen will. Ich habe mit den Kollegen geredet und auch sie können es sich nicht erklären.“

Selbstkritik: „Ich wollte das Finale bestreiten und in unserem Land Weltmeister werden, um Geschichte zu schreiben, aber wir haben versagt, wir ließen zu wünschen übrig, wir wissen, dass wir keine gute Leistung abgeliefert haben, dass wir keinen schönen Fußball gezeigt haben, wir haben mittelmäßig gespielt, deswegen sind wir im Halbfinale ausgeschieden. Nun ist alles vorbei und wir müssen uns erheben und das Spiel gegen die Niederlande mit einem Lächeln bestreiten. Die Leute sagen, dass sie sich schämen, aber ich fühl das nicht, ich bin stolz auf meine Kollegen. Wir haben so viel geweint, wie nötig war und nun müssen wir für unsere Fans gewinnen.“

Kritik an Scolari: „Die Brasilianer und die brasilanische Presse haben die Manie, den Trainer entlassen zu wollen, wenn man verliert, doch im Fußball läuft es anders“.

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